Comic-Vorstellungen

Isola, ein fantastisches Kunstwerk

Dieser Beitrag enthält Affiliate Links, welche mit einem „*“ im Namen gekennzeichnet sind.

Beginnend mit Isola* schlagen wir ein neues Kapitel hier bei Pen Paper Dice auf. Manche mögen das Hobby teilen: Graphic Novels bzw. Comics. Heutzutage gibt es zu allen möglichen Themen auch eine leichtere Literatur. Während DC und Marvel Comics noch große Verlage hinter einigen Urgesteinen sind, soll es hier aber eher um die vielleicht eher unbekannten Comics gehen. Und wer sich über die Rolle der Spielleitung bei Tischrollenspielen auseinander setzt, wird irgendwann auf den Spruch „Gut geklaut als schlecht selbst gemacht“ stoßen und den Tipp sich Anregungen aus Literatur, Mythologie, Serien und Filmen zu holen. Dasselbe gilt für Graphic Novels. Wer mal die Zeit und Muße hat, dem sei ein Blick in Monstress* von Marjorie Liu gegönnt. Nicht nur eine großartige Geschichte, sondern auch ein hervorragendes Beispiel für World-Building.

Aber heute soll es nicht um Monstress gehen, sondern um Isola. Die Comics Vorstellungen und Eindrücke sollen gar nicht lang sein, sondern mehr einen Einblick in die Graphic Novel geben sowie eine Meinung ausdrücken, um selbst einzuschätzen zu können, ob die Geschichte für einen selbst interessant erscheint. Und vielleicht kommen wir irgendwann doch auf den Schinken* in meinem Regal zurück. 😉

Isola Band 1

In Kurz

Isola ist ein atmosphärischer und wundervoll illustrierter Comic von Brenden Fletcher und Karl Kerschl. Wir lernen recht schnell, dass die Königin von Maar, Olwyn, in einen Tiger verflucht wurde und mit ihrer treuen Gefährtin und Anführerin der Wache, Rook, das Land der Toten, Isola, sucht und dort die Hoffnung auf eine Umkehr des Fluches. Die Geschichte wird zurückhaltend erzählt, erlaubt jedoch auch Platz für die Entwicklung und Einführung der Protagonistinnen. Die Zeichnung sind außergewöhnlich und die Kolorierung märchenhaft. Beides zusammen bietet cineastische Bilder der Landschaft und Einwohner der Welt von Isola. Das Cover trifft den Kern dieser Ausgabe vielleicht auch am besten. Es ist eine zielgerichtete und beschwerliche Reise zweier Charaktere durch eine wundersame Welt.


  • Titel: Isola 1*
  • Reihe: Isola (Band 1 von X)
  • Beinhaltet: Isola #1 – #5
  • Autor: Brenden Fletcher
  • Illustrator: Karl Kerschl
  • Genre: Fantasy
  • Verlag: Image Comics / Cross Cult
  • Format: Softcover
  • Seitenanzahl: 144 (Englisch) / 168 (Deutsch)
  • Preis: 8,98 € (Englisch*) / 16,00 € (Deutsch*)
  • Erschienen: 30.10.2018 (Englisch) / 16.10.2019 (Deutsch)

Im Detail

Inhalt

Der erste Band von Isola* wirft den Lesenden direkt ins Geschehen. Es gibt keine große Einleitung zur Geschichte, sondern wir werden direkt mit der Hauptfrau und ihrem Tiger konfrontiert. Während dieser Einstieg sehr direkt ist, wird die Geschichte nicht in einem flotten Tempo erzählt. Die Charaktere erhalten genügend Zeit, um sich zu entfalten und der Plot wächst entsprechend. So werden wir in wunderschönen Farben und Zeichnungen an die Landschaft und Natur von Maar herangeführt, aber auch an ruchlose Jäger und die Mystik des Landes. Erst in späteren Abschnitten wird die Geschichte, um den Fluch der Königin erzählt.

Vor allem Olwyn als Tiger wirkt wunderbar menschlich. Die Graphic Novel hat einen Hauch von Mystik und Märchen, aber Olwyn kann in solch einer Welt als Tiger dennoch nicht reden. Ihre Gesichtszüge und Körperhaltungen erlauben jedoch uns und Rook ihre Gedanken zu erahnen. Sehr schön als Lesender ist, dass Rook auch weiterhin in allen Ehren mit ihr spricht. Sie ist immerhin Königin von Maar und man merkt die doch recht innige Beziehung der Beiden, welche ein starkes Duo der Geschichte abgeben.

Die Geschichte beantwortet und stellt neue Fragen, was die Graphic Novel spannend werden lässt. Die Erzählung ist noch schwierig zu bewerten. Sie ist im ersten Band recht zurückhaltend und da man noch nicht weiß, wie die gesamte Reise nach Isola aussehen wird, kann das ein schöner Punkt sein, um die Charaktere zu entwickeln, lässt aber die Frage offen, ob dies der Erzählstil von Isola werden soll oder sich nur die Zeit im ersten Band lässt.

Präsentation

Die Illustrationen ziehen einen wirklich in ihren Bann. Das ganze Werk ist bildgewaltig und wirkt an manchen Stellen wie aus einem Film. Für einen ersten Band einer eigenen Welt werden hier diese Elemente, nämlich die Einwohner und Landschaften der Welt in den Vordergrund gerückt und gekonnt in Szene gesetzt. Die Schrift ist angenehm zu lesen, aber wirbelt auch keine großen Steine auf.

Die Panels sind gut aufgeteilt und an den richtigen Stellen groß genug, um nicht Platz zu verbrauchen. Denn viele Sprechblasen gibt es auf manchen Seiten nicht. Gleichzeitig unterstreichen sie den Inhalt. Landschaften werden länglich bis hin zu seitenfüllend dargestellt, während einzelne Blicke der Charaktere oder actionreiche Szenen in kleinen und damit hektischeren Panels Platz finden.

Fazit

Ich persönlich liebe die Kolorierung und die Illustrationen von Isola*. Es ist ein wunderschönes Werk mit filmreifer Darstellung der Charaktere und Natur. Es ist für mich noch nicht ganz klar, was die Hallum sind. Es wird nur kurz erklärt, dass sie normalerweise nicht alleine fliegen und ich hoffe, dass sie noch eine zentralere Rolle spielen, so sind diese Wesen doch etwas merkwürdiger als die sonstigen Tiere von Isola. Ich hoffe, dass die Erzählung in Isola noch etwas mehr Fahrt auf nimmt und nicht so zurückhaltend wie im ersten Band fortbesteht. Die Geschichte bietet Potential und mit einem ruhigeren Start kann dies ein super Einstiegsband sein, wenn natürlich die nachgelagerten Ausgaben mehr und mehr den Plot eröffnen. Rook und Olwyn sind zwei sehr spannende Charaktere, welche versuchen das Beste aus dieser unheilvollen und sehr rätselhaften Situation zu machen.

Wer also auf mystische Märchen und einer rätselhaften Fantasy-Geschichte steht, sollte mal einen Blick in Isola wagen. Es wird vielleicht nicht das neue Herr der Ringe, aber es bereitet einem schon eine schöne Zeit!

Kommentar verfassen