Rückblick der Pen Paper Dice Zines

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Bevor es mit dem Rückblick über den Werdegang der Zines von Pen Paper Dice geht, noch der Hinweis, dass es einen Newsletter gibt, wenn dir dies lieber gefällt.

Ansonsten, wie auch an anderen Stellen schon verkündet: Wenn du Ideen für Inhalte hast, die in eines unserer Zines passen könnte, schreib mich gerne an. In Tales #3 und der nächsten Beyond! Ausgabe sind einige Beiträge von Leuten, die sich so gemeldet haben und eine Idee hatten und ich freue mich immer darüber!

Den Anfang macht Tales from Kerberos Den

Mit Zine-Wettbewerb von System Matters im Jahre 2020 gab es nicht nur einen starken Ruck in die Gemeinschaft, dass Zines einen neuen Lebenspuls bekommen, sondern es war auch mein Start für Werke, die etwas mehr als eine Handvoll Seiten haben. Mit Thore und Benjamin fingen wir an Tales from Kerberos Den #1 als Beitrag für den Wettbewerb zu schreiben und uns in eine Welt des Schaffens zu begeben. Viel Handwerk musste gelernt werden, ob der Umgang mit Lizenzen, das Verfassen, Lektorieren und Korrektorieren von Texten, Projektgestaltung solcher Veröffentlichungen, Layout und Druck. Thore brachte etwas Erfahrung mit an den Tisch, da er zu der Zeit an Crawling in Dark Dungeons entwarf. Während ich Benjamin schon einige Zeit kannte, war es auch der Startschuss für eine Freundschaft mit Thore und regem Austausch über Projekte und Spielrunden.

Auflage: 30 Stück

Tales from the Ironlands

Als ich mit Florian anfing Ironsworn zu spielen und wir einen Artikel in Tales from Kerberos Den hinterließen und dies auch später als Podcast Diskussion noch aufnahmen, war klar, dass wir einen Versuch starten sollten, wie wir die von uns kritisierte fehlende Individualisierung der Persönlichkeit unserer Eisenländerfigur ausbessern könnten.

Das Endwerk war Tales from the Ironlands #1. Ein für uns sehr überraschender Erfolg und wohlwollend von Fans und dem Ironsworn-Team von System Matters sehr begrüßtes Beiwerk für das wundervolle, potentiell SL-lose PbtA Spiel. 

Die Zusammenarbeit erfolgte erstmals stark über Google Docs und Kommentar- und Anmerkungsfunktionen. Bilder wurden direkt passend für die Beiträge gesucht und das Layout auch sehr an den Flair von Ironsworn angelehnt. Durch Digitalbilder und Dienste wie Pixabay ließen sich viele coole Bilder finden. Tales from the Ironlands war auch das erste Werk, welches ich für einen Druckauftrag außerhalb eines Copy-Shops entwarf.

Auflage: 250 Stück

Was gelernt wurde

  • Gefundene und passende Bilder direkt mit Quelle, Zuordnung zum Artikel im Werk und Lizenz direkt ablegen.
  • Arbeit in Google Docs durch Änderungsvorschläge und Kommentarfunktion ist super für verteiltes Arbeiten an solchen Texten. Ein Inhaltsverzeichnis als Sammelpunkt der Referenzen hilft beim Navigieren.
  • Broschüren Probeexemplare sind bei Wir Machen Druck kostenfrei und ermöglichen einen guten Probedruck bevor ein größerer Auftrag abgegeben wird.

Beyond! the Mountainside Fortress

Der nächste Zine-Wettbewerb stand an und Tales wäre nur unter größtem Zeitdruck und unter Minderung der Qualitätsprüfung fertig geworden. Da Andy eh mal wieder etwas veröffentlichen wollte und daher überlegte am Zine-Wettbewerb teilzunehmen, fanden wir schnell zueinander, um am Wettbewerb teilzunehmen.

Ich wollte eigentlich nur einige Artikel schreiben, da ich mit Tales gut zu tun hatte, aber wie dem dann immer so ist, griff der Spaßfaktor und aus wenigen Schauplätzen wurden einige Schauplätze und ein Wyrm-Baukasten für Beyond the Wall. Thematisch eröffnet Beyond! the Mountainside Fortress in ein italienisch angehauchtes Setting von Andy.

Das Team diesmal bestand aus Andy, Helge, Christian und mir. In dieser Konstellation konnte ich mich mehr auf das Schreiben konzentrieren und übernahm die Redaktion. 

Auch hier wurde kollaborativ mit Google Docs zusammen gearbeitet und diskutiert. Christian zauberte ein wundervoll stimmiges Layout und so wurde unter viel Schweiß und Druck kurz vor Schluss das Heft zu System Matters geschickt. 

Durch den Erfolg beim Wettbewerb gab es dann einen Druck für das Sortiment von System Matters und hoffentlich konnte das Zine die ein oder andere SL inspirieren oder Tischrunde erfreuen! 

(Der Wachsame Pilz brachte uns sehr viel Spaß und der Tempel der Träume wird unser nächster Schauplatz in Wicked Ones 😉 )

Auflage: 230 Stück

Was gelernt wurde

  • Arbeitsteilung ist immer noch cool.
  • Selbst mit Arbeitsteilung ist redaktionelle Arbeit sehr abhängig von den Teammitgliedern, anstrengend und man muss es mögen (tu ich nicht, aber es muss gemacht werden 😛 ).

Tales from the Ironlands

Wir erreichen 2022. In der zweiten Ausgabe von Tales from the Ironlands kam Moritz Böger noch ins Team. Wir hatten einige begeisterte Runden Ironsworn und generell freue ich mich immer über Gastbeiträge oder Unterstützung in den Projekten. Das gibt dem Ganzen auch weitere Stimmen und lässt den Text nicht so monoton klingen 😉 .

Wir teilten die Beiträge in die Bereiche auf, die alle am ehesten interessierten. Fest stand, dass wir die Frage „Wo bist du?“ aufgreifen wollen und mehr Schauplätze für die eigene Geschichte mit Ironsworn anbieten wollen. Darunter fallen gern auch NSC oder Feinde und auch die ein oder andere Queste.

Im Laufe des Schreibens ergab sich, dass 5 unsere magische Zahl wird und wir gleich viele Beiträge für die einzelnen Bereiche (Orte, NSC, Feinde und Questfronten) haben wollen würden. Die Questfronten sind Handlungsrahmen, die Schauplatz, Szenario und Figuren miteinander verbinden und so vorgefertigte Ideen für ein Spielszenario darstellen. Ähnlich der Dungeonstarter für Dungeon World.

Heimat der Texte, Diskussionen und Änderungsvorschläge war erneut Google Docs und Moritz durfte die Änderungswut von Florian endlich kennen lernen. Zusätzlich hatten wir diesmal regelmäßige Redaktionstreffen, um uns auf dem aktuellen Stand zu halten, größere Punkte zu diskutieren und einfach die Motivation aufrecht zu halten. Diese Projekte entstehen in der Freizeit, weshalb dessen Priorität eben auch niedriger ist als das private oder berufliche Leben.

Ansonsten blieben wir dem Layout treu und ich sammelte Erfahrung mit der Falz, dem Rand dazu und Buchumschlägen. Tales from the Ironlands war unser erstes Softcover, da die Anzahl der Seiten das Heft durch eine Drahtheftung sonst zu dick gemacht hätte. Schmerzliches Lehrgeld in Zeit und Euros, was sich aber für die Eichenweide, die zeitgleich entstand, bezahlt machte.

Auflage: 200 Stück

Was gelernt wurde

  • Regelmäßige Redaktionsmeetings erhöhen den Informationsfluss, die Ideenvielfalt und in Freizeitprojekten helfen sie bei der Motivation.
  • Plane genügend Rand zur Falz ein, da sich ein Softcover mit Fadenheftung nicht ganz aufschlagen lässt!
  • Buchrücken können eine spannende und nervige Angelegenheit werden.

Eichenweide

Die Eichenweide wurde großteilig von mir in 2021 geschrieben. Ich hatte eine laufende Mausritter Runde und begann dafür mit dem Hex-Werkzeugen von Mausritter selbst eine Region zu erschaffen. Diese wuchs immer mehr bevor wir zu spielen begannen und konnte dann in dem Zustand, wie sie im Buch nun ist, auch gut bespielt werden. 

Die verlorene Klinge und das Mausnachtslied sind für mich häufige Einstiegsabenteuer geworden, die ich mit Leuten spielte, die auch einfach Mausritter kennenlernen wollten. 

Im Jahre 2021 war ich aktiver in der Mausritter Community und hab auch an den ersten Game Jams von Matthew teilgenommen und das Format lieben gelernt. Der letzte Jam, Tomb of a Thousand Doors, blieb mir verwehrt, da ich zu der Zeit unter anderem das Mausritter Layout übernommen habe und die Übersetzung von Ironsworn: Delve auch anstand.

Die Eichenweide war das erste Projekt, was ich fast im Alleingang geschaffen habe. Die englische Version kam zum Zine Month 2022, was eine Bewegung wie Zine Quest von Kickstarter ist, nur auch für Leute, die eben nicht Kickstarter nutzen können, heraus und stieß auch auf Begeisterung.

Im Zuge der Mausritter Arbeiten lernte ich, wie mit wenigen Farben das S/W Layout von Mausritter schnell und effektiv aufgepeppt werden kann. Dies fand auch in die Eichenweide Einzug. Durch das Grundregelwerk lernte ich dann auch Alia kennen, die für die Eichenweide und Beyond! the Watchful Eyes das Lektorat übernommen hat (und waren das viele Anmerkungen… 😀 ).

Daniel vermutete schon im Vorwege, dass Mausritter etwas größeres und erfolgreiches werden könne, weil das Spiel in vielen Punkten auftrumpft. Ich glaube, mit dem Erfolg wurde jedoch nicht zwingend gerechnet. Nicht nur wurden 10 Abenteuer(schauplätze) für den Schrebergarten finanziert, sondern auch die Vorbestellung lies mich die größte Auflage eines meiner/unserer Fanzines  bislang drucken.

Erste Auflage: 400 Stück

Zweite Auflage: 150 Stück

Was gelernt wurde

  • Mit wenigen Farbklecksern kann man ein Layout gut aufpeppen. Weniger ist mehr.
  • Wenn man ordentlich sucht, findet man auch coole Grafiken oder Tools, um Karten zu gestalten.
  • Abenteuersammlungen sind für die Veröffentlichung neuer Regelwerke eine unabdingbare Ergänzung.
  • Die Kombination aus Vorbestellung des Regelwerks und Zines fördert beide.

Beyond! the Watchful Eyes

Das zweite Zine, was nur aus meiner Feder stammt, ist Beyond! the Watchful Eyes. Irgendwann in 2021 hatte ich die Idee aus Tales from Kerberos Den aufgegriffen: „What if Kerberos…“. Es folgte die Seelenjagd, um herauszufinden, wie man Bedrohungen für Beyond the Wall schreiben könne. Drei Dinge, in die ich mich bei diesem Spiel verliebte: Die Art und Weise, wie fast schon wörtlich Monster beschrieben werden, ohne irgendwelche Regeljuristen auf den Plan zu holen (hallo 5e 😛 ), Bedrohungen als Rahmen für Kampagnen, Schauplätze.

Der zweite Versuch in diesen Texten war ein Beyond the Wall Abenteuer zu verfassen. Abenteuer schreiben ist immer eine anstrengende Aufgabe und kann je nach System kürzer (Mausritter) oder länger (Fließtexthölle deiner Wahl) sein. Beyond the Wall mit den Tabellen und damit Prompts und Offenheit und doch festen Szenen bietet einen spannenden Rahmen, aber erfordert gleichzeitig, dass man sich mit einem Galaktischen Donnergurgler das Gehirn aus dem Leib prügelt. Tabellen schreiben ist nicht einfach und kann so hart schlauchen, wenn man eine Vielzahl davon hat. Der Monsteranhang bei Beyond the Wall Abenteuern ist auch super cool. Man hat alles zur Hand, um das Abenteuer zu leiten. Unglaublich vorteilhaft für die SL, super toll. Zum Schreiben entsprechend aufwändig, aber in meinen Augen immer noch gerechtfertigt.

Ich stieß im Zine Month auf die Art Packs von Feral Indie Studios, die u.a. Into the Wyrd and Wild herausbrachten. Viele der Illustrationen kommen aus diesen Packs und passen recht cool. Das Layout sollte diesmal einfacher sein (und ich wollte schon immer Seitennummern am Rand ausprobieren). Ein paar Designelemente haben sich doch reingeschlichen, aber alles in allem, konnte ich mal den „weniger ist mehr“ Ansatz hier gut ausprobieren. Ironsworn und Mausritter, als zwei der Systeme, die ich auch bei System Matters mit bearbeite, sind da gute Vorbilder.

Auflage: 200 Stück

Was gelernt wurde

  • Artpacks bzw. Stockart können erschwinglich und gut zu finden sein.
  • Man muss sich manchmal auch etwas ranhalten, dass man weniger oder subtilere Designelemente verwendet, aber dann kann ein Werk auch richtig cool werden. Es muss ja nicht alles Artpunk sein 😉
  • Ich brauch nen Drucker für Probedrucke.
  • Sarah, Redakteurin von Beyond the Wall, freut sich sehr über die Zines. <3

Fazit & Ausblick

Ich wollte Revue passieren lassen, wie sich die letzten zwei (Corona)Jahre so auf meinen ursprünglichen Drang „Klassen & Abenteuer für 5e“ zu schreiben, durch einen Wettbewerb in eine etwas umfänglichere Richtung entwickelt haben. Ich weiß, dass Philipp, mit dem ich am Zine für den nächsten Wettbewerb arbeite, eine ähnliche Erfahrung gemacht hat. 

Learning by Doing kann ich nicht nur immer wieder empfehlen, sondern kann auch erfolgreich sein. Der Aspekt „von Fans für Fans“ ist bei diesen Projekten groß zu verstehen, denn ich bin einfach kein Marketing Mensch, um so etwas gut zu bewerben… 😛 .

Gleichzeitig sieht man vielleicht ein wenig den Wandel der Entwürfe, die mir immer wieder in den Kopf kommen, wenn ich heutzutage etwas entwerfe. Vieles wurde (schmerzhaft) gelernt, aber glücklicherweise zeugt diese von Vermeidung solcher Situationen oder Entscheidungen.

Ausblick

Was steht ansonsten am Horizont?

Tales from the Ironlands #3 wurde im Laufe des Jahres und vor dem Beginn des Schreibens von Moritz zweiten Roman, dem – soweit ich informiert bin – geistigen, aber nicht zwing in direkter Reihenfolge zu lesenden Nachfolger von der Aschebrut, zu großen Teilen abgeschlossen. Es gibt noch einige offene Baustellen und Projekte wie Mausritter und Ironsworn: Delve schieben die eigenen Projekte gerne immer etwas in den Hintergrund, aber der Plan ist, dass die dritte Ausgabe von Tales mit Delve erscheinen kann. Wie es danach weiter geht, ist noch unklar.

Ansonsten versuche ich zum nächsten Zine Month den Garten der Turmkönigin aufzuarbeiten und zu verbessern. Dies soll die nächste Region neben der Eichenweide werden und voraussichtlich 7 Hexfelder besitzen. Diese Erweiterungen sollen, ähnlich zu Verbotene Lande, neue Regionen und Themen eröffnen. Wenn ich dies schaffe, wird die dt. Version auch nächstes Jahr erscheinen. Definitiv kleiner als die Eichenweide 🙂 . Nach dem Garten gibt es noch weitere Ideen, die ähnlich aufgebaut werden könnten.

Zu guter Letzt fehlt im Kern noch ein großer Text für die nächste Beyond! Ausgabe, die auch wieder in Terra Soleggiata angesiedelt ist. Ich habe zumindest einen viel zu großen Schauplatz geschrieben und ein paar andere witzige Ideen beisteuern können. Da das Zine solch eine Verzögerung hat, sind die Fraktionsregeln, die wir aus Mausritter für Beyond the Wall vorschlagen wollten, nicht mehr der neue heiße Scheiß, aber soll dennoch die verschiedenen Gruppen in Terra Soleggiata mit Leben versehen. Eine weitere Bedrohung, basierend auf Texten der nächsten Beyond! Ausgabe, könnte ein weiteres Zine ergeben. 

Ansonsten überlege ich, ob ein kleines Verlagsprogramm nicht sogar langsam Sinn ergibt 😛 .

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